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Gestose ("Schwangerschafts­vergiftung")

Eingetragen: 05:15, 15.10.2014 Anzahl der Impressionen: 1458

15 October 2014

Als Gestose ("Schwangerschaftsvergiftung") bezeichnen Ärzte Erkrankungen während der Schwangerschaft, die mit einem erhöhten Blutdruck einhergehen (hypertensive Schwangerschaftserkrankungen).

Als Gestose ("Schwangerschaftsvergiftung") bezeichnen Ärzte Erkrankungen während der Schwangerschaft, die mit einem erhöhten Blutdruck einhergehen (hypertensive Schwangerschaftserkrankungen). Eine Gestose tritt frühestens in der 20. Schwangerschaftswoche auf. Meist sind Frauen im letzten Drittel der Schwangerschaft betroffen.
Der Begriff "Gestose" steht hier für alle mit hohem Blutdruck einhergehenden Erkrankungen während der Schwangerschaft: die sogenannten hypertensiven Schwangerschaftserkrankungen. Manche Experten verwenden den Begriff "Gestose" synonym mit "Präeklampsie".
Mediziner unterscheiden folgende Typen von Gestosen:

  • Schwangerschaftsbedingter Bluthochdruck (Gestationshypertonie)
  • Präeklampsie
  • HELLP-Syndrom
  • Eklampsie
  • Pfropfgestose (Propfpräeklampsie)

Eine Gestose liegt vor, wenn die Schwangere einen Bluthochdruck hat und über den Urin vermehrt Eiweiß ausscheidet (Proteinurie). Von Bluthochdruck sprechen Mediziner, wenn der erste Messwert mehrmals in Ruhe gemessen höher als 140 Millimeter Quecksilbersäule (mmHg) und / oder der zweite Wert höher als 90 mmHg ist.
Eine Proteinurie definieren sie als eine Eiweißausscheidung von mehr als 300 Milligramm pro Tag, gemessen im 24-Stunden-Sammelurin. Die Gestose gehört zu den häufigsten Komplikationen einer Schwangerschaft: Sie tritt in 6 bis 8 Prozent der Fälle auf, meist handelt es sich um eine Präeklampsie.


Gestosen kann der Arzt mithilfe der Vorsorgeuntersuchungen während der Schwangerschaft meist rechtzeitig erkennen und behandeln. In einigen sehr schweren Fällen von Gestosen ist es nötig, die Geburt vorzeitig einzuleiten und das Kind zu entbinden. Dies geschieht jedoch nur selten vor der 28. Schwangerschaftswoche – ab diesem Zeitpunkt wäre das Neugeborene in der Regel bereits lebensfähig.
Es gibt einige Risikofaktoren für eine Gestose, dazu zählen unter anderem:

  • eine Gestose in einer vorherigen Schwangerschaft
  • schweres Übergewicht (Fettleibigkeit, Adipositas)
  • Mehrlingsschwangerschaften
  • vorbestehender Diabetes mellitus
  • bestimmte Ergebnisse einer Ultraschalluntersuchung der Gefäße des Mutterkuchens (Plazenta) und des Kindes

Die Ursachen von Gestosen sind weiterhin unbekannt. Es gibt jedoch mehrere Hypothesen, die davon ausgehen, dass der Mutterkuchen eine wichtige Rolle für die Entstehung spielt.
Bei der Therapie einer Gestose kontrolliert der Arzt regelmäßig den Blutdruck der Schwangeren; ab einem gewissen Schwellenwert senkt er erhöhte Blutdruckwerte mit Hilfe von Medikamenten. Die Therapie erfolgt meist stationär, also während eines Klinikaufenthaltes. Dort können die Ärzte den Verlauf der Gestose besser beobachten und den Blutdruck mit Medikamenten auf die gewünschten Werte senken.

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